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Berufsorientierendes Jugendzentrum

Frankfurt University of Applied Sciences

Aline Sacher
#wettbewerb #2017
Frankfurt University of Applied Sciences

Als Reaktion auf die Übergangsschwierigkeiten von Hauptschüler/-innen hat das Übergangssystem mit seinen berufsvorbereitenden Maßnahmen in den vergangenen Jahren eine enorme Ausweitung erfahren. Als dritter Zweig des Ausbildungssektors führt dieses allerdings nicht zu einem qualifizierten Berufsabschluss, vielmehr soll die Teilnahme an den Maßnahmen die Chancen der Jugendlichen auf eine Ausbildungsstelle erhöhen. Doch stattdessen verschlechtern die Übergangsmaßnahmen insgesamt die Aussichten der Jugendlichen.

Im Zusammenhang mit dem Übergangssystem wird aufgrund der unkoordinierten und nicht aufeinander abgestimmten Angebote von einem "Förderdschungel" oder einer Warteschleife gesprochen, welche die Jugendlichen auskühlt und ihnen ihre beruflichen Aspirationen nimmt. Etwa 20-30% der Jugendlichen, die an berufsvorbereitenden Maßnahmen teilnehmen, sind auch drei Jahre nach dem Verlassen der allgemeinbildenden Schulen in keine Ausbildung eingemündet. Darüber hinaus ist die Abbruchquote einer Ausbildung umso höher, je mehr Maßnahmen des Übergangssystems wahrgenommen wurden.

Das Berufsorientierende Jugendzentrum reagiert auf diese Missstände und bietet ein bedarfsgerechtes, individuelles und effektives Übergangsmanagement. Es gewährleistet über seinen niedrigschwelligen Zugang der offenen Jugendarbeit eine Hilfeplanung, die auf grundlegendem Wissen über die Lebenswelt der Jugendlichen entwickelt wird. Anstatt der Fortführung unkoordinierter Übergangsmaßnahmen baut das Berufsorientierende Jugendzentrum ein Netzwerk zu allen am Übergang beteiligten Akteuren auf, das eine ineinandergreifende Übergangsgestaltung über die Schule hinaus ermöglicht. Dabei gewährleistet es in Form von Übergangs-Coaches eine jeweils persönliche Begleitung der Jugendlichen, die auf der einen Seite individuell die Schritte des Übergangs plant und den Übergang als Ganzes im Blick behält sowie auf der anderen Seite den Jugendlichen als Motivator, Unterstützer und Ansprechpartner auch bei persönlichen Problemen zur Verfügung steht.

Als Social Franchise Unternehmen kann es außerdem eine relativ schnelle weitläufige Verbreitung des Konzeptes, die Nachhaltigkeit desselben sowie die Einhaltung verbindlicher Qualitätsstandards gewährleisten. Das Berufsorientierende Jugendzentrum verbessert so die Übergangschancen benachteiligter Jugendlicher, während gleichzeitig Fördergelder und Zuwendungen, die bislang in weitestgehend unwirksame Übergangsmaßnahmen fließen, eingespart werden bzw. in Teilen effektiver eingesetzt werden können.

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